Schloss Rochow
Rochow-Museum Reckahn

Siebter Raum - Erfahrungen und Wirkungen

Rochows Bestseller Der Kinderfreund – Ein Lesebuch zum Gebrauch in Landschulen (1776) ist das erste deutsche Volksschullesebuch. Kein anderes Lesebuch hat über ein Jahrhundert in unzähligen Neuauflagen, Nachdrucken und Umarbeitungen europaweit die Volksschulentwicklung maßgeblicher beeinflusst. Mit dem Kinderfreund gelang es, die große Lücke zwischen Bibel und Fibel auszufüllen. Die Lesestücke des Kinderfreundes behandeln Themen aus der Lebenswelt der Kinder. Sie regen zum Nachdenken über Moral und zur Erforschung der kindlichen Umwelt an. 

 

Die Wirkungen von Rochows Landschulreform sind auch nach dessen Tod (1805) in Deutschland und Europa nachweisbar. Rochows Schriften zur Schulverbesserung wurden weiterhin von Schulpraktikern gelesen. Die Volksschullehrer beriefen sich insbesondere zur Zeit der Preußischen Reformen auf Rochow. Vor allem der Potsdamer Regierungs- und Schulrat Ludwig Natorp und dessen Nachfolger
Wilhelm von Türk haben Rochows Reformansätze weitergeführt. Für die Verbreitung der Rochowschen Pädagogik wurden die von Prediger Friedrich Wilhelm Gotthilf Frosch auf Anregung Natorps 1810 in Krahne gegründete Schullehrerkonferenzgesellschaft besonders wichtig. Die von speziell geschulten Predigern geleiteten Schullehrerkonferenzgesellschaften breiteten sich nach 1810 in ganz Brandenburg aus und haben die Entwicklung der preußischen Lehrerseminare noch bis in die 1840er Jahre befördert.

Einblicke in die Erfahrungen und Wirkungen der Rochowschen Lehrart - damals und heute. Fotos: Heike Schulze, 2011.